„Wir können mehr!“ – Unter diesem Motto lud die AIDS-Hilfe im Kreis Soest e.V. am Dienstag, den 27. September 2016 ab 17:30 Uhr, zu einem Workshop in ihre Räumlichkeiten in der Jakobistraße.
Themenschwerpunkte der „Zukunftswerkstatt AIDS-Hilfe im Kreis Soest e.V. 2020“ sollten die zukünftige inhaltliche Ausrichtung, der wachsende Bereich der Flüchtlingsarbeit und das Gewinnen neuer Ehrenamtlicher und Mitglieder für den Verein sein.

Zu Beginn stellte Dr. Ulrich Menges, 1. Vorsitzender der AIDS-Hilfe, eine provokante Frage an die 14 Anwesenden, darunter Gaby Wirz und Gottfried Dunkel (Siehe Foto oben) von der Aidshilfe NRW, die den Workshop leiteten, und Arne Kaiser, Vorsitzender der Aidshilfe NRW:

Warum brauche es noch eine AIDS-Hilfe im Kreis Soest?

Vor Kurzem hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung des HIV-Medikaments Truvada zur vorbeugenden Einnahme (Pre-Expositionsprophylaxe, kurz: PrEP) für Menschen mit hohem HIV-Risiko empfohlen, die Geschlechtsverkehr ohne Kondom haben möchten. Eine HIV-PrEP ist neben der Benutzung von Kondomen und dem Schutz durch Therapie eine weitere Methode zum Schutz vor HIV (nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen STI). Die Zulassung durch die EU-Kommission ist mittlerweile unter Auflagen erfolgt und wird im Laufe der nächsten Monate ärztlich verordnet werden können. Da im Jahr 2017/2018 die Patente für Truvada auslaufen, wird sich auch der Preis von momentan 800€ deutlich verringern und als weitere Schutzmöglichkeit mehr und mehr Relevanz erhalten.
Das Thema Flüchtlingsarbeit, so Menges, sei zurzeit sehr gefragt in der Bevölkerung, auch im Kreis Soest gebe es viele Helfer_innen und Unterstützer_innen, allerdings wäre der Bogen zur Arbeit in der Aidsaufklärung in diesem Bereich sehr schwierig zu spannen.
So wäre es laut 1. Vorsitzenden auch schwierig, dauerhaft aktive Ehrenamtliche für die AIDS-Hilfe zu gewinnen und zu halten. In den letzten zehn Jahren sei die Unterstützung sehr schwächelnd gewesen, Mitgliederzahlen wären aber stabil geblieben.

Im Anschluss an die Eröffnung und eine Vorstellungsrunde aller Teilnehmer_innen übernahmen Gaby Wirz und Gottfried Dunkel die Leitung des Workshops und analysierten zunächst den IST-Zustand der Aufgabenbereiche der AIDS-Hilfe:

Insgesamt sechs Säulen machen dabei die Arbeit der AIDS-Hilfe im Kreis Soest aus – Prävention, Beratung, Begleitung, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen.

Nach einer kurzen Pause um 19 Uhr ging es an die Entwicklung von Strategien, wie die Arbeit der AIDS-Hilfe in die Öffentlichkeit getragen werden kann. Vorschläge und Maßnahmen waren:

  • Titel der AIDS-Hilfe ergänzen
  • Angebote definieren und entsprechend darstellen (im Internet etc.)
  • Möglichkeiten und Arbeitsbereiche für Ehrenamtliche definieren
  • Kreativität der AIDS-Arbeit betonen (Lernen fürs Leben)
  • Multiplikator_innen-Schulungen (in Kooperation mit anderen Aidshilfen)
  • Flyer in Arztpraxen und sozialen Einrichtungen auslegen
  • Veranstaltungen „mit Spaß“ (Straßenfest etc.)

Für die Beschreibung der Aufgabenbereiche für Ehrenamtliche und die Ergänzung des Offiziellen Vereinsnamens fanden sich bereits Freiwillige, die in einem konkreten Zeitplan bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Jahr 2017 Ergebnisse liefern werden. Längerfristig wird ein Ehrenamtskonzept bis zum 30-jährigen Jubiläum 2018 entwickelt werden. Zudem sollen die Angebote öffentlichkeitswirksam präsentiert werden. Da zwei der drei Vorstandsmitglieder ihr Amt nur noch bis zum Jahr 2018 bekleiden möchten, muss auch diese Problematik in den nächsten zwei Jahren geklärt werden.

Um 20:30 Uhr wurde der Workshop mit positiven Ergebnissen und Eindrücken beendet.

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